Der SMS-Adventskrimi. 7 Dezember: Schneekönigin 2010

Rotglänzend und unübersehbar steht er vor dem Brandenburger Tor. 570 Pferde ziehen ihren Schlitten. Sie ist die Königin des Winterplatzes. Weißer Nerz spielt mit den Lichtern auf den schwarzen Locken, zarte Flocken tupfen ihre Wimpern.

Zu schön für einen Einzigen. Ihr warmes Lächeln nährt in Tausend Augenpaaren heiße Glut. In geiler Lust umtanzen sie die Objektive. Schießen sie rund um den Globus.

Sie findet ihn hinter der Blitzlichtmauer, Verlangen in der blassen Hand. Mit abgewandtem Blick kredenzt er ihr den schmalen Kelch. Sieg und Verlust in einer letzten reichen Geste. Ein Schluck nur und ihr Bild gehört ihm ganz allein.

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Vivamus, Lesbia!

„Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“..  soll Martin Luther gesagt haben. Vor meinem Fenster schwelgt der Walnussbaum in zögerndzartem Grün. Wie noch nicht ganz entfaltete Flügel zittern die fedrigen Blätter in ihrem ersten Wind. Schattige Sonne leckt an den glänzenden Ästen, die sich stolz aus dem Winterschlaf strecken.

Wenn die Natur ihre Frühlingsaugen aufschlägt, mag keiner an das Ende denken. Nicht das des Sommers -auch wenn die Tage im Juni schon wieder rückwärts laufen; nicht das des Wohlstands – lass doch die Griechen hinter Griechen kriechen und die Banken samt der Börsen gleich hinterher; nicht das der Welt – auch das Mississipidelta ist von den Titelseiten in die Innenteile der Nachrichtenmagazine geglitten,  wie geschmiert; und schon gar nicht an das eigene Ende. Nein. Daran mag wirklich gar keiner denken. Gut oder schlecht? Unbesonnen oder weise? Weiterlesen