Minikrimi-Adventskalender 2016

Es geht lohooooos!
Na, dachtet Ihr, diese Jahr ist Ebbe mit den Adventskalenderkrimis? Hattet Ihr etwas gehofft. ich überlasse Euch der gemütlichen Kuschelstimmung und das einzige, was knistern würde, wäre der Kamin? Weit gefehlt! Hier kommt also der erste Adventskalender-Minikrimi 2016. Ach ja – teilt Eure Minikrimifreude ruhig mit anderen. Ich freue mich über alle, die sich einklicken, hier. Also…
Tadaaaaaaaaaaaaaaaa!

 

Kein Ferrari... aber eine Explosion

Kein Ferrari… aber eine Explosion

 Minikrimi am 1. Dezember: Eine Familienangelegenheit

„Ich hätte auf meine Mutter hören müssen. Sie hat mir von Anfang an gesagt, dass ich dir nicht vertrauen kann. Dass du ein Mistkerl bist!Du und eine Familie…“
„Ah ja, deine Mamma. Aber dafür, die ganze Hochzeit zu bezahlen, im Schloss, inklusive der Suiten für die Gäste, dafür war der Mistkerl deiner Mamma gut genug?“
„Sie wollte mich eben glücklich sehen…!“
„Und, das warst du doch auch, Mia, cara!“
„Keinen Schritt näher! Diesmal wickelst du mich nicht um den Finger. Ich weiß genau, was du gemacht hast, als du angeblich mit Sandro Billard gespielt hast. Billard! Ha. Du warst mit Sophie zusammen. Wenn die mit Kugeln gespielt hat, dann sicher nicht Billard.“
„Amore, sei nicht so ordinär. Gut, ja, ich war mit Sofia unterwegs. Aber es ist nicht so, wie du denkst…“
„Wie oder was ich denke, das weißt du doch gar nicht. Es hat sich aus-ge-amoret. Du hast mich nur geheiratet, um eine Alibi für deine Eskapaden zu haben.“
„Amore….. sei still. Sprich nicht von Alibi. Du redest dich gerade um Kopf und Kragen…. Was ist, wenn Papà jetzt reinkommt…?“
“ Hör mir auf mit deiner „Ehre“. Ich habe keine Angst vor deinem Vater. Und das werde ich dir beweisen. Auf der Stelle.“
„Cara, wo gehst du hin? Bleib hier. Ich kann dir alles erklären!“

„Aber meine Kleine, was ist denn los? Hat mein Sohn dich verärgert?“
„DU hast mir gerade noch gefehlt! Geh mir aus dem Weg. Ich habe genug von eurer „Familie“.
„Cara, wo willst du hin?“
„Das wirst du schon sehen. Und ich versichere dir, ich werde allen erzählen, wie es bei euch zugeht!“
„Aber Cara, beruhige dich doch. Schau mal, ich habe dir etwas mitgebracht. Ich schlage vor, du machst gleich eine kleine Probefahrt. Und ich bin sicher, dabei werden sich deine Sorgen von alleine zerschlagen.“
„Salvatore! Ein Ferrari! Gut, danke für die „Probefahrt“. Aber denk bloß nicht, dass du mich damit kaufen kannst.“

„Keine Angst, meine Kleine. Das habe ich nicht vor.“
Mit diesen Worten packt Salvatore seinen Sohn am Arm und zieht ihn ins Haus. Der versucht, sich loszureißen, schreit: „Mia, NEIN!“ Und dann, „Papà, halt. Du machst einen Fehler. Sie ist doch nur eifersüchtig….“

Aber da hat Mia bereits den Zündschlüssel umgedreht. Die Explosion ist eines Ferrari würdig.

SMS-Adventskrimi. 9. Dezember: Frisch gebacken.

„Schatz! Sorry –  Stefan. Wir sind doch erwachsen. Manchmal entwickeln sich Menschen eben auseinander. 20 Ehejahre sind ne lange Zeit. Wir sind beide nicht hübscher geworden. Du auch nicht! Und ehrlich, erstens sind die Kids aus dem Gröbsten raus. Zweitens glaube ich nicht, dass es ihnen Spaß macht, mit zwei Eltern zu leben, die sich nur noch auf dem Weg ins Bad oder zum Kühlschrank zufällig begegnen und sich außer Fragen wie : Wo ist die Butter? nichts mehr zu sagen haben.

Die Jungs und ich finden schon ne Wohnung. Klar, ich hänge an dem Haus. Aber wenn du es verkaufen willst….

Ich weiß, du musst los, deine Freundin wartet. Ich bin nicht eifersüchtig! Schau, ich hab euch extra deinen Lieblingskuchen gebacken, zum „Einzug“……. Ciao, Und lasst es euch schmecken!“

Der SMS-Adventskrimi. 7 Dezember: Schneekönigin 2010

Rotglänzend und unübersehbar steht er vor dem Brandenburger Tor. 570 Pferde ziehen ihren Schlitten. Sie ist die Königin des Winterplatzes. Weißer Nerz spielt mit den Lichtern auf den schwarzen Locken, zarte Flocken tupfen ihre Wimpern.

Zu schön für einen Einzigen. Ihr warmes Lächeln nährt in Tausend Augenpaaren heiße Glut. In geiler Lust umtanzen sie die Objektive. Schießen sie rund um den Globus.

Sie findet ihn hinter der Blitzlichtmauer, Verlangen in der blassen Hand. Mit abgewandtem Blick kredenzt er ihr den schmalen Kelch. Sieg und Verlust in einer letzten reichen Geste. Ein Schluck nur und ihr Bild gehört ihm ganz allein.