MiniKrimi vom 11. Dezember 2014

Heute wieder ein Gastkrimi, diesmal von Petra Scheuermann. Ganz herzlichen Dank für diese „kriminelle“ Spende. Mehr über die Autorin finden Sie hier: www.petrascheuermann.de. Ihr erster Roman „Schoko-Leiche“ ist im Oktober bei KSB-Media erschienen. 

Das Jubiläum

Katharina sah aus dem Küchenfenster auf ihren Garten, der jetzt im Dezember etwas grau wirkte. Mit Pflanzen kannte sie sich aus. Zum Glück! Vorsichtig knetete sie ihr besonderes Gewürz in den Teig der Elisenlebkuchen. Katharinas Weihnachtsgebäck war in der Firma berühmt. Morgen würde sie die Lebkuchen wie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit ihrem Chef reichen. Immer und immer wieder hatte Katharina sich überlegt, mit welchem Präsent die Firma sie zu ihrem 30. Jubiläum überraschen würde. Mit diesem Geschenk allerdings hatte sie nicht gerechnet. Beim Aufräumen hatte sie ihre eigene Kündigung in einer Unterschriftenmappe gefunden. Auf einem gelben Klebezettel stand: „Durch Jüngere zu ersetzen!“ Als letzter Tag ihres Arbeitsverhältnisses war der Tag ihres Jubiläums angegeben.

Während sie die Lebkuchen in den Ofen schob, dachte sie: ‚Dieser junge Schnösel von Chef geht vor mir. Und es wird aussehen wie ein Herzinfarkt.’

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Der SMS-Adventskrimi. 6. Dezember: Eingesackt.

„Wie süß! Der Chef schickt uns nen Nikolaus in den Laden! Hallo, lieber Nikolaus!“

Behäbig schiebt sich der dicke Mann in den Juwelierladen, die Glöckchen an seinem Stab bimmeln mit der Tür um die Wette.

„Hohoho….wart ihr auch alle brav?“

„Klar doch, wir haben heute ganz besonders viel Umsatz gemacht. Muss ja was rein in die Socken der Liebsten.“

„Schön schön schön. Dann macht mal schnell die Kasse auf – und rein in den Sack mit den Moneten. Und die ganzen Klunker hier noch dazu.“

Der Nikolaus leert seinen Sack auf den Boden – heraus purzeln Nüsse und Äpfel – und verleiht seinen Worten mit einer Beretta 92 FS Nachdruck.

„Haltet den Dieb! Stoppt den Nikolaus!“ Doch keiner nimmt die Rufe ernst. Am wenigstens die zwei, drei Dutzend Nikoläuse, die sich, schwer bepackt, auf der Fußgängerzone tummeln.