Micromoments

ShivastreetEs stimmt nicht. Sonnenschein und blauer Himmel sind keine gute-Laune-Garanten. Ebensowenig wie blühende Blumen, grünende Gräser und schwärmende Schwalben.

Wenn du dich fühlst, als wäre deine Haut ein helles Gewand und innen wärest du schwarz ausgekleidet, ganz, dann duften die Wiesen nach Moder, die Singvögel flöten zum Trauermarsch und die Luft liegt schwer auf deinem Atmen.

Schwüle breitest du aus um dich. Doch dein Gewitter lauert auf Entladung. Wirst du aus dir fließen? Oder eine Seite weiter blättern und die Dunkelwolken UnterSchlagen?

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Abgelegt.

Der Unterschied zwischen einem lebenden und einem toten Wesen ist der größte Gegensatz, den wir Menschen uns vorstellen können, sobald wir ihn einmal, zum ersten Mal, erlebt haben. Ein toter Körper ist wie ein ausgezogenes Kleid. Liegt auf dem Bett wie eine abgeworfene Insektenhülle. Eckig und mit tödlicher Schärfe gezeichnet. Ohne die Weichheit, die lebendige Bewegung ihm eingibt. Bewegung, die klingt. Auf eine ganz eigene, sehr persönliche Weise. Ist dieser Klang verweht, schneidet die Stille tief in den Raum. Kälte fließt aus dem abgeworfenen Mantel, aus atmender Haut wird eisiges Wachs. Weiterlesen