Gastschreiber

Seminarpause. „Ich fahr schon mal vor.“ Frau setzt sich ans Steuer, Gang rein. Fenster runter: „Ja?“ „Er springt nicht an.. ist mir total peinlich, kannst du vielleicht?…“ Männer und Technik… 🙂 Die schönste Tageserkenntnis? Wenn Frauen Männern Starthilfe geben… können!

SMS-Adventskrimi. 23. Dezember:Die Baumfalle

„Vorsicht, VOOORSICHT! Die Decke! Ja, etwas nach links. Stopp! Einen Schritt nach rechts, ja, gut! So, hier kann er stehenbleiben. Jezt bitte grade stellen. GRADE! Mensch, Irmi, kannst du nicht grade gucken? Nach links. LINKS. Und jetzt so halten. Ach was, zu schwer! Wer wollte denn son großen Baum? DU! Als Statussymbol, damit die Nachbarn was ordentliches zu sehen kriegen, wenn sie durch die Fenster schauen. Sind ja groß genug. Allerdings schaust du nicht so gut aus, daneben, mit deinem ewigen Whiskeyglas in der Hand. Halt den Baum grade, verdammt! So jetzt steht er fest. Hier dein Whiskey, stell dich vors Fenster, dann sehen dich alle.“

Mit einem tückischen Zischen kippt der 3 Meter hohe Baum aus dem unbeschwerten Ständer. Auf Irmi. Mit einem splitternden Krach stürzen beide durch die hell erleuchtete Fensterfront in den Garten.

„Tja, Irmi, du wolltest son großen Baum. Und jetzt frohe Weihnachten, liebe Irmi. Der soeben verwitwete Klaus wirft seiner Ehefrau  einen letzten Blick zu und geht.

SMS-Adventskrimi. 22.Dezember:Verklappte Kräuter.

Seit Pisa haben Hautpschulen in Deutschland ein Problem mehr. Statt hinter Pausenmauern zu verdampfen, wird Nichtintegration im Scheinwerferlicht von Großdruckzeitungen und Politmagazinen breitgetreten. Das bringt die Lehrer auf die Palme. Um nicht den letzten pädagogischen Stolz zu verlieren, engagieren sie sich und die Klasse in sozioemotiven Spielen. Julklapp, zum Beispiel. In der Hoffnung,  Ali, Marcel, Emre und Monique könnten spielerisch die nordischen Pisatraumergebnisse einsaugen, rennt die Lehrerin, als Gutmensch getarnt, in den nahen 1 Euro-Shop und sucht ein kitschiges Teeservice – vallah, so eins wollte meine Mam schon immer! Sie schreibt Geschenkegutscheine für eine Nachhilfestunde. Und wünscht ihre Klasse auf den Nordpol, weil es schon fast acht ist und Patrick jetzt allein ins Kino geht. Oder mit Susi!

Am nächsten Tag wird julgeklappt. Turkan kriegt das Teegeschirr von Fidan – „hey meine Alte flippt aus, ich schwör!“. Monique kriegt die Nachhilfestunde. Die motivierte Lehrerin ein Päckchen Kräuterbonbons. Eine halbe Stunde später geht die Klasse gesammelt und johlend nach Hause. Die Lehrerin kniet kreidebleich vorm Lehrerklo, die Kräuterbonbons verstreut um sie herum, klebrig manipulierter Tatbestand von Integration.Wenn auch mit negativen Vorzeichen …..

SMS-Adventskalender. 20. Dezember: Die „Türkenvilla“

Das seit dem Sommer freundlich modeblau gestrichene Mietshaus steht an einer kleinen Ausfallstraße. Vereinzelt hängen Blumenkästen auf den einsamen Balkonen, oben weht ein Sonnenschirm unverdrossen im Dezemberwind, und das schon seit drei Jahren. Satellitenschüsseln räkeln sich von Fensterbrettern in die Welt. Der Name „Türkenvilla“ stammt angeblich noch aus der Zeit abblätternder Fassaden. Wintersonnenwende und die Nacht bedroht den dunklen Tag. Sturm kommt auf. Tannen verbiegen sich, und aus dem Himmel grollt es laut und lauter. Am Parkrand stehen plötzlich schwarze Limousinen Kette. Davor hurtige Graugestalten, so bemüht, mit dem Straßenalltag zu verschmelzen, dass sie keine Tarnung brauchen.

Ihre Telefone schrillen, summen. Der Helikopter steht direkt über dem Haus. Zerschneidet grell den Abend. Ich gehe trotzdem raus. Der Hund muss mal. Seine Uniformphobie macht sich in heiserem Gebelle Luft. Bald kommen alle Nachbarn vor die Tür. „Was geht hier ab?“ „Ach nichts. Wir sind schon weg. Ein Helikopter? Wo?“

Wie ein Spuk bin ich die Geister wieder los. Und nicht nur ich. Hinter dem Sonnenschirm erscheint ein Arm und wirft ein Päckchen auf den Gehweg.

SMS-Adventskrimi. 19. Dezember: Schiller der Thriller

Weihnachtszeit ist Zweisamzeit. Tim ist es leid, alles alleine genießen zu müssen. Glühwein, Bratwurst und Lebkuchen schmecken geteilt einfach besser. Seit er seinen eigenen Single-Blog hat, braucht er nicht einmal mehr die Online-Börsen zu besuchen. Schon nach drei Kommentaren zu seinen Single-Life-Berichten hat Hot Candy ihn zum Candleligtdinner eingeladen. „Wenn Du Lust auf einen erotischen Abend hast, gerne mit dem Feuer spielst und über Kamasutra nicht nur philosophieren willst – dann komm heut Abend zu mir. Der Schlüssel liegt unterm Blumentopf am Fenster.“ Dazu eine Adresse ganz in seiner Nähe.Wer könnte dazu schon nein sagen? Tim hat noch nie was anbrennen lassen. Außer bei Nora. Die hatte nach seinem letzten Seitensprung nur verbrannte Erde zurückgelassen, in seiner Wohnung. Zum Glück war er gut versichert…

Punkt acht schaut Tim unter den Blumentopf. Dabei zieht er sich prompt einen Kaktusstachel ein. „Kranich“ steht auf dem  provisorischen Klingelschild. Er lacht. „Na warte. Hot Candy, mein Vögelchen“. Im selben Moment geht die Tür auf, und in der eisernen Umarmung einer Angoraunterhose ist Tim schnell seinen letzten Atem los. „Hättest du in der Schule mal besser aufgepasst“. Nora nimmt das Namenschild ab und steigt trällernd über den reglosen Körper. „Sieh da, sieh da, Timoteus…“

SMS-Adventskrimi. 18.Dezember: Spießer contra Dealer

Es ist aber auch sowas von dunkel, heute. Paar Straßenlaternen machen ziemlich Schatten. Bei der Kälte geht niemand raus, am Abend. Die Leute sitzen vorm Samstagabend-Action-TV. Beste Zeit. Zwei Autos fahren in die kleine Seitenstraße. Neuer BMW, alter Mercedes. Idealer Platz.

Vier Typen steigen aus. Kapuzenköpfe mit Arschbaggys und Dockers dran. Gucken sich um. Gegenüber aufm Streetballplatz nur Schnee. Auf der andern Straßenseite Reihenhäuser. Spießerstraße. Alles bingo. Der mit der Baseballkappe schüttelt Ziggis aus der Schachtel. Einer bückt sich hinters Lenkrad, hebt den Kopf, guckt sich um. Die andern schlendern lässig ganz nah ran. Gemurmel. Sie tauschen Päckchen gegen Scheine. Schmeißen die Kipppen auf die Straße. Fahren weg.

Hinterm dunklen Spießerfenster greift sie nach dem Telefon. Pech gehabt, ihr Säcke.

SMS-Adventskrimi. 17. Dezember: Diamonds are the girls best friends!

„Wir unterbrechen unsere Sendung für eine wichtige Mitteilung der Polizei. Vor wenigen Minuten ist aus dem Auktionshaus Wagner und Brand in München eine Sonderkollektion von Uhren der Marke Prolex gestohlen worden. Es handelt sich um die einzigen 10 Exemplare des Modells Eisbär mit 1,50 Karat Diamanten. Der Täter war ein Auktionsgast. Sein Komplize floh der Witterung angepasst mit der Beute in einem Streusalz-Eimer auf Skiern.“

Achja, dachte Giada. Da brauche ich sicher nicht lange auf Besuch zu warten. Ihr Mann Jaspis hatte in einschlägigen, polizeibekannten Kreisen den Spitznamen weißblauer Panther, eine Hommage an den Juwelendieb. Kommissar Mayer war kein Clouseau. Als die Hausdurchsuchung nichts ergab, musste Giada sich sogar ausziehen. Bis auf den BH! Unverrichter Dinge und mit zornrotem Gesicht verzog sich Mayer schließlich. Und Giada widmete sich wieder der Herstellung ihrer selbstgemachten Tortellini. Die Spezialfüllung war und blieb Jaspis‘ und ihr funkelndes Geheimnis……