Ostern. Unfassbar?

Die Auferstehung ist für den menschlichen Geist unfassbar. Aber Ostern macht das Unmögliche wahr. Und ich meine nicht den sprechenden tanzenden Osterhasen, der während der Fastenzeit über die Bildschirme grünt, türkist und lilat. Es ist leicht, sich über das Leben zu freuen, wenn wir es in leuchtenden Farben genießen. Aber wie steht es um unsere  Frühlingsgefühle, wenn wir sie in Relation setzen zur Vergänglichkeit? Wenn um uns herum mitten im Aufblühen der Natur das Leben welkt?

Wenn uns angesichts eines fröhlich gedeckten Ostertisches die Galle hochkommt, weil über den Fernseher statt eines „Frohe Ostern“-Rufes aus Rom in X Sprachen Bilder von Giftgasopfern flimmern, von Mutterbomben, Mittelmeerleichen und dem Entstehen einer neuen Demokratur vor der europäischen Haustür?

Es fällt schwer, dem Osterruf der tatsächlichen Auferstehung keinen zynischen Klang zu geben. Im besten Fall werde ich belächelt von Mitmenschen, die mutmaßen, der Umgang mit einer Demenzkranken habe auf mein Urteilsvermögen auf ein spekulatives Maß reduziert.

Aber gerade zu Ostern sollten wir allen zurufen: hört auf, den Tod anzubeten! Kein Mensch wird als Mörder, Attentäter, Rassist geboren. Lasst die Osterbotschaft in Euer Herz. Wir sollten uns zurufen: Lasst uns aufhören, zu denken, dass wir zu wenige sind, um gehört zu werden. Unsere Liebe verändert die Welt. Denn der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!

Dazu gehört Mut. Mehr Mut jedenfalls, als im Garten bunte Plastikeier aufzuhängen und Kindern beizubringen, im Gras nach prall gefüllten Osternestern zu suchen. Jenseits der Frühlingsriten und Blütenmythen ist für Christen das Osterfest die Erfüllung dessen, was uns zu Weihnachten verheißen wurde. Nein, nicht das Iphone, das wegen eines Lieferengpasses – oder war es ein Kontotiefstand – nicht unterm Gabentisch lag. Die Gewissheit einer Hoffnung – dass nämlich der Himmel kein undurchdringlicher Horizont unserer irdischen Genüsse – und Leiden! – ist, sondern eine Welt, die ganz nah an der unseren ist, spürbar sogar, und zu der wir gelangen können. Nicht mehr und nicht weniger als die Aufhebung der Endlichkeit…..

…zumindest für uns Menschen. Das Iphone wird leider auf der Erde bleiben müssen. Und ich bin mir nicht sicher, ob angesichts dieser Trauerbotschaft nicht viele Menschen lieber auf den Himmel verzichten möchten…… Halleluja.

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