Adventskalender-Minikrimi vom 2. Dezember

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Zug um Zug
Dass es einmal so hatte kommen müssen, war ihr schon lange klar geworden. Sie wusste, sie musste die Weichen stellen, um ihr eigenes Leben nicht in Gefahr zu bringen. Und sie wusste auch, dass sie dabei keine Rücksicht auf die Konsequenzen nehmen konnte. Heimlich hatte sie den Fahrplan auswendig gelernt, um mit möglichst geringem Aufwand den maximalen Grad an Zerstörung zu erreichen. Ein letzter Blick auf die Häuser vor ihr, so schön mit dem feinen Fachwerk und den spitzen roten Giebeln. Und die Brücke, verwitterte Steine über dunkelgrünem Wasser. Eine kunstvolle Landschaft. Schade drum! Schade auch um die Menschen auf dem Platz vor der Brücke, die Kinder mit Schulranzen, die Frau mit dem Fahrrad. Aber egal. Was sein muss muss sein. Sie holte noch einmal tief Luft, und genau in dem Moment, als die Dampflok und der Fernzug auf der Brücke auf einander zu fasten, drückte sie den Knopf. Alles wirbelte durch die Luft, Häuser Züge Figuren.

„Die Scheißanlage wird uns die gemeinsame Zeit nicht mehr kaputt machen, Schatz. Und morgen fahren wir in die Berge. Die echten!“, murmelt sie. Und strahlt.

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