Adventskalender MiniKrimi vom 12. Dezember

Sturmnacht

Es ist schon um fünf dunkel. Stockfinstere Nacht. Elfriede hat Angst. Im Radio haben sie wieder vor Einbrechern gewarnt. Elfriede wohnt ganz allein in dem großen Haus am Ende der Straße. Früher hat Kurt jeden Abend die Runde im Garten gemacht. Aber Kurt ist seit drei Jahren tot. Wie jeden Abend geht sie durch das Haus und schließt die Jalousien. Als sie das Wohnzimmer betritt, fährt sie erschrocken zusammen. Bewegt sich da etwas hinter der großen Fensterscheibe? Aber dann erkennt sie sich selbst im Spiegelbild. Schließlich ist nur noch die Terrassentür übrig.

Draußen rauscht der Wind in den Tannen und wirft mit wilden Schatten um sich. Ein Käuzchen ruft. Ein anderes antwortet. Ein Kratzen  an der Hauswand, ein Krachen. Sicher der alte Blumentopf, denkt Elfriede. Schnell den Rolladen an der Terrasentür runterlassen, bevor noch was gegen das Glas fliegt. Scheint ja ein richtiger Sturm zu werden. Mit Gewalt reißt Elfriede am morschen Gurt. Wieder verklemmt. Plötzlich rasselt der Rolladen runter, schlägt mit einem dumpfen Knall  unten auf. Elfriede reibt sich die Hände, der Gurt hat ihr ins Fleisch geschnitten. Sie achtet nicht darauf, dass die Lamellen schräg stehen, sieht nicht, dass und was da eingeklemmt ist, zwischen Boden und Rolladenstahlkante.

Draußen ruft das Käuzchen und erhält keine Antwort.

Am nächsten Morgen entdeckt der Postbote einen reglosen Körper vor Elfriedes Terrassentür. Ein paar Meter weiter liegt neben einem umgestürzten Blumentopf ein schwarz maskierter Kopf.

 

 

 

 

 

l

h bewegt sich etwas

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