MiniKrimi am 6. Dezember

Süßes Früchtchen 

Dieser MiniKrimi basiert auf den Clues von Monika. Du hast mich ganz schön ins Schwitzen gebracht, meine Liebe. Ich hoffe, das Ergebnis entspricht deinen Erwartungen… Die Clues habe ich im Text kursiv markiert.

Als es ihm endlich mit äußerster Mühe gelingt, die Augen zu öffnen, steht das Schlafzimmer Kopf. Als er dann versucht. einen Orientierungspunkt zu finden, fängt es auch noch an, sich zu drehen. Schnell macht er die Augen wieder zu. Montagmorgen, und die Woche ist irgendwie schon gelaufen. Da klingelt sein Handy. Nach der zweiten Strophe von „YMCA“ geht die Mailbox an. Sein Chef. „Alex, es ist Mittag, und Sie sind weder erschienen, noch haben Sie sich krank gemeldet. Was ist los? Entweder Sie sind in zehn Minuten im Büro, oder ich stelle Ihnen schon mal einen Karton für Ihre Sachen auf den Schreibtisch.“ Mittag? Verdammt. Die Erinnerung an den gestrigen Abend versinkt in einem Nebel aus zu vielen Limes. Alex schält sich aus dem Bett, klettert in die Anzughose und schleicht, Hemd und Krawatte überm Arm, die Treppe hinunter.

Er reißt die Kühlschranktür auf und sucht nach etwas, um den Kater zu bekämpfen, der sich in seinem Kopf so genüsslich räkelt. Saure Gurken! Er fischt eine nach der anderen aus dem Glas, dann schlüpft er ins Hemd, bindet sich die Krawatte um und pflückt die Autoschlüssel vom Louis-Seize-Tischchen im Flur. Dabei fällt sein Blick auf den Marmorboden unterhalb des Briefschlitzes. Dort liegt etwas rotes, glänzendes. Alex geht zur Tür, bückt sich – und hebt ein hauchzartes Bikinihöschen auf. Er runzelt die Stirn. Keine Ahnung, wie das dorthin kommt! Aber er hat keine Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, und steckt es einfach in seine Jackentasche.

Eine Woche vergeht, in der Alex in der Kanzlei so viel zu tun hat, dass er kein einziges Mal an das Bikinihöschen denkt. Aber als er am nächsten Montag nach dem Autoschlüssel greift, blickt er unwillkürlich wieder auf den Boden unter dem Briefschlitz. Dort liegt eine dicke blonde Haarsträhne, ganz offensichtlich von einer Perücke. Alex starrt sie an. Und plötzlich springen ihn Bilder an, in wirrer Folge, verschwommen und in kurzen Ausschnitten. Ein Tresen. Gläser, Flaschen. Gesichter, knallrote Lippen und Fingernägel. Lange blonde Haare. Und er hört Stimmen. Tiefe Stimmen, lachend, flüsternd. Er spürt Hände auf sich. Kräftige Hände. Behaarte Hände. Alex kneift die Augen zusammen, reißt sie wieder auf und versucht, die Visionen abzuschütteln.

Auf seinem Schreibtisch häufen sich die Akten. Er arbeitet an einem wichtigen Fall. Gewinnt er den Prozess, kann er zum Juniorpartner aufsteigen. Das weiß nicht nur er. Das wissen auch seine Neider. Es ist schon nach acht und stockdunkel, als einer von ihnen, Richard, seinen Kopf zur Tür hereinsteckt und sagt: „Ach, Alex, ich glaube, du hast da neulich was liegen lassen, in der Chi-Chi-Bar, wie ich zufällig erfahren habe. Pikant pikant. Überleg dir in Ruhe, wie du dich bei mir dafür bedankst, dass ich schweige.“ Und mit einem Luftkuss wirft er eine blonde Perücke auf Alex Schreibtisch.

Alex sitzt wie betäubt in seinem Sessel. Er stützt den Kopf in die Hände. Und dann kommt die Erinnerung an den Sonntag vor zwei Wochen zurück wie die Flut. Da war diese Bar, da waren die Männer. Nette Jungs und ein paar ganz aufreizend hübsche Mädels. Nur, dass das gar keine Mädels waren. Aber schön waren sie, vor allem die eine. Herrgott, das ist doch nur ein Spiel gewesen! Irgendwann waren Fremde in die Bar gekommen, hatten sich umgeschaut und waren dann schnell wieder verschwunden. Einer von denen muss Richard gewesen sein. Er muss ihm gefolgt sein. Und dann? Noch im Auto hat Alex sich wieder umgezogen. Die Frauenkleider in der Biotonne neben der Garage versteckt. Vollkommen blau. Aber schön war es gewesen!

BudaboyDie Tonne! Alex schließt das Büro ab und fährt nach Hause. Richtig, unter einer Schicht Gras und Blätter liegt  noch etwas, das Richard nicht gefunden hat. Alex zieht sich die Gartenhandschuhe über und nimmt den Schlagstock fest in die Hand. Er weiß, wo er Richard finden wird.

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2 Kommentare zu “MiniKrimi am 6. Dezember

  1. mariebastide sagt:

    Haha, freut mich, Monika, dass die die Geschichte gefällt 🙂 Und klar freue ich mich auf weitere Clues!!!!

  2. Monika Schulze sagt:

    WOW!!!!! Ich dachte, d a s kriegst du nie in eine Geschichte- Hochachtung. Ich denke schon an die nächste Herausforderung, warte nur! Aber nicht schon morgen beim Tee….Herzlich, Monika

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