Auf geht’s.

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Die Lehre  aus der Leere ziehen. Das versuche ich.

Schließlich bin ich nicht eine von diesen Mütter, die, schürzenbewehrt, ihre Kinder mit Mahlzeiten, Wollpullovern und Staublappen bis hinters Abitur begleiten.

Wie muss es jenen gehen, wenn die Tür ins Schloss fällt und der Wagen, vollgeladen mit den Zutaten für den ersten Hausstand und ein weißes, frisches eigenes Leben, um die Kurve biegt?

Genau wie sie bleibe ich zurück mit dem Ballast aus Kindheit, Schulzeit, Reifejahren. Tonnen, die es abzutragen gilt, emotionaler Sondermüll, zum Teil.

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – der Klassiker für Lebensabschnittstarter, vorzugsweise auf der Schwelle des zweiten Jahrzehnts. Nach einem halben Jahrhundert – ja! – weiß ich um die Vielfarbigkeit der Magie, und was dem einen weiß ist, kann den anderen zum Fluch sich wenden.

Nein! Ich verzweifle natürlich nicht. Sondern gehe ganz bewusst hinein in diesen Schattenweg, lote alle Facetten einer neuen Dunkelheit neugierig aus. Und erkenne sehr bald die Duplizität des Mutterleides. Ja, das Kind ist auf den Weg gebracht und der führt von Zuhause fort. Und immer wieder auch zurück, in unserem Fall zumindest, darüber bin ich froh und dafür dankbar. Aber in unserem Familienbuch wird nicht nur eine Seite umgeschlagen. Die gemeinsamen Kapitel sind zu Ende. Jede und jeder schreibt seine Geschichte nun vor allem alleine weiter.

Aus der nahen Mutter wird eine Begleiterin in Gedanken. Das nächste Kind, mit dem ich hier gemeinsam lachen werde, wird ein Enkel sein. Das macht mich alt. Und endlich.

Vielleicht ist das der tiefgeheime Kern des Elternschmerzes. Gut, dass ich das jetzt erkannt habe. Denn in dem gespürten Wissen um meine Endlichkeit darf ich nicht länger zögern. Auf geht’s, Marie. Pack deine Sachen…. an. Und schreibe! Kapitel um Kapitel, Buch um Buch.

Jetzt. Ja. Und ach – wenn du dich umdrehst, siehst du, und zwar ganz sicher, dein erwachsenes Kind dir aus der Ferne, auch mal Nähe, folgen. Auf gleicher Höhe. Ist das schön?!

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