Primus inter pares beim Goldbroiler Kriminalwettbewerb 2011!

Der GoldbroilerKriminalwettbewerb: Wir haben fünf Geschichten, die alle gleich gut und spannend sind, die alle den ersten Preis verdienten: Eine der Geschichten weicht in Poesie, Verrücktheit, Form und Erzählweise gekonnt ab. Der Tod eines Traumes von Marie Bastide. Sie bekommt nun den Ersten der ersten Preise.

HERZLICHEN DANK der Broilerbar für diese Ehrung! Danke Jay, danke alle. Hier für Nicht-Facebook-Nutzer mein Kurzkrimi, Gewinner des Goldbroiler-Kriminalwettbewerbs 2011:

Kein Kinderlied. Der Tod eines Traums.

1.
„Dicke rote Kerzen, Tannenzapfenduft..“ „Marie, leise, Papa schläft. War so viel los in der Schule!“. Sie legte sich aufs Bett, stöpselte das Lied ins Ohr. Die Wohnung duftete nach Zimt und Plätzchen. Marie liebte den Advent, die gemütliche Heimlichzeit.

Sieht aus wie eine dicke rote Kerze. Passt perfekt in den Adventskranz.  Keiner bemerkt, wer sich vor dem Blumenladen eine Zigarette anzündet und den Docht dazu.  Jetzt schnell weg und weiter, ein sichtlich unsichtbarer Schatten in der Menge wogender Mäntel. Der Kirchturm wird zum Logenplatz, die Straße zur Arena. Ein Knall, klirrendes Glas von zerberstenden Scheiben. Schreie. Schreie und Blut.

2.
„…Man begegnet hin und wieder schon dem Nikolaus“ Er hatte immer was Süßes im Sack. Anziehend und unheimlich zugleich. Ein geheimnisvoller Fremder. Bis er ihr zu nahe kam.

Bunt und laut und weihnachtsdurstig wimmelt die Samstagsmenge in der jubelbeschallten Einkaufsmeile. Alle freuen sich und viele nehmen gern den Glühwein, den ihnen der dick vermummte Nikolaus freundlich lächelnd anbietet. Sie kommen nicht weit. Rattengift wirkt schnell.

3.
„Lieb verpackte Päckchen, überall versteckt“. Am letzten Schultag wurde gewichtelt. Marie hatte Jo ein Schokoherz gekauft. Und er? Als sie ihr Päckchen auspackte, grölte die ganze Klasse. Ein kaputter Vibrator für „Lehrers Liebling“!

Letzter Schultag! Alle strömen in die Aula. Neunhundert Schüler bestaunen die Riesentanne mit den Paketen für arme Kinder darunter. Halleluja singt der Chor der Ehemaligen. Ritual und Tradition. Diesmal mit Feuerwerk: Ein Handy klingelt, und schon wirbeln Sänger, Äste, Kerzen durch die Luft. Wie vorgezogenes Silvester.

4.
„Alte Lieder, Dunkelheit, Bald ist es so weit!“ Es war so einfach. Internet sei Dank. Erst der Flirt, dann die Kalaschnikow. Ein volles Magazin. Drei Treppen und ein Flur. Die Waffe entsichern. „Schöne Bescherung, Papa,  Schluss mit Weihnachtsmann“.  „Ich wusste, dass du das warst. Verzeih mir. Alles.“ Dann schießen alle gleichzeitig. Marie und das SEK.

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