Adventskalenderkrimi 2.0. 13. Dezember: Nachtblind

Ich fahre die Ausfallstraße entlang, ohne zu überlegen. Biege bei nächster Gelegenheit ab auf die Autobahn. Richtung Bodensee. Herrliche Leere. Glänzender Asphalt. Die Lichter im Tunnel rasen an mir vorbei. Ich bin pure Beschleunigung, genieße den Druck, der mich tief in den Sitz hineinschiebt. Oh Mann! Wenn nur der Idiot hinter mir nicht wäre. Der macht mich total nervös. Drei freie Spuren, und er klemmt an meiner Stoßstange als wäre er mein Anhänger. Schweren Herzens nehme ich den Fuß vom Gas. Soll er doch an mir vorbeifahren, wenn er es so eilig hat. Ich für meinen Teil will diese unverhoffte Nachtfahrt auskosten, ohne Reue und ohne Rückspiegelterror!

Ja! Es hat geklappt. Er setzt den Blinker. Überholt. Hey! Zieht direkt vor mir wieder rein.   Plötzlich geht oben auf dem Dach eine Leuchtschrift an. Bitte folgen Sie uns. Ooooh Schit. Mannmannmann! Zivilstreife! Echt oder? Mir bleibt aber auch gar nichts erspart. Oh Mann! Er blinkt und fährt rechts raus. Hält auf dem dunklen Parkplatz. Das könnte sonst wer sein und sonst was mit mir machen, fährt es mir heiß durch den Kopf, und ein Kälteschauer jagt meinen Rücken runter. Es klopft an die Scheibe der Fahrertür. Diese automatischen Fensterheber kannst du nicht mal kontrolliert bedienen. „Hallooo?“ versuche ich forsch zu klingen. Etwas furchtbar Helles blendet mich, ich versuche, den Kopf zu drehen, alles ist weiß. Dann schwarz. Vorhang.

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