Merlin träumt

Der Bach war ausgetrocknet. Merlin hockte an seinem Ufer, die Füße im Schlamm, die Augen auf die Welt gerichtet. Unfokussiert, aber immerhin. Er schaute und sah. Die Wiese. Die Weide. Den Weg. Den Tag.

Gerade, als er sich anschickte, aufzustehen, aus dem Bachbett zu steigen und in die Welt hinaus zu gehen, so ungastlich sie ihm vorkam in ihrer blassen Realität, so viel weniger leuchtend als die samtseidigen Traumräume von Ninianes Gnaden, so viel härter und kälter so abrupt und so grell, gerade da kam Niniane zurück.

Hielt in ihrem staubgrauen Wagen am gegenüberliegenden Straßenrand, das Gesicht tarnabgewandt, ein orangefarbenes Anstecktuch an die vergangenen Jahre geheftet. Und Merlin stieg ein. Wehrhafte Worte auf den Lippen und Selbstsicherheit zwischen den Zähnen. Doch als sich am Mittleren Ring ihre Finger berührten, versank er wieder in ihrem bunt schillernden Traum.

Niniane sang ihn behutsam und zärtlich in den aus Zukunft gesponnenen Schlaf. Und als sie sicher sein konnte, dass nichts ihn aus ihrem Bachbett entführen konnte, fuhr sie davon, nach Nordwesten.

Ach Niniane, nicht eine Himmelsrichtung ist dir genug. Was fängst du an mit dem träumenden  Merlin?

Was? Fängst. Du. An?

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