Sturz ins Bodenlose

Sturz ins Bodenlose

Sommerkrimi. Ab sofort zum kostenlosen Download  im Sony-Reader-Club.

Sturz ins Bodenlose

Es sollte ein Neuanfang werden. In einer neuen Stadt, mit einem neuen Job und einer neuen Liebe. In München wollte Iva Brenner alles hinter sich lassen, den despotischen Vater, den Krebstod der Mutter, die gescheiterte Ehe. Aber dann holt sie die Vergangenheit ein. Und in der trügerischen Idylle des Landsberger Sommers durchlebt Iva ihren ganz persönlichen Psycho-Thriller.

Lust zu Lesen? Hier ist der Link: https://reader-club.sony.de/web/guest/leseproben

Und noch etwas: Keine Angst vorm dicken Schmöker: es ist ein KURZ-Krimi :-) !

Osama hey sama bama sama hey

Sechs Uhr, kaum fünf Stunden geschlafen. Normalerweise würde mich der Radiowecker mit seiner Schlafstimme im Nachrichtentakt noch ein halbes Stündchen im Schlummer wiegen. Doch nicht heute. Osama is dead. Bin Laden vom Us-Geheimdienst erlegt. Obama bringt die Nachricht vom toten Osama. Ein Buchstabe zwei Welten. Oder doch nur die eine?

Was Bush nicht gelang – Obama hat es vollbracht. Nun blasen die Weltenjäger das Halali. Und die Hatz ist vorüber. So oder so. Entweder Bin Laden ist wirklich tot. Das impliziert die von Verschwörungstheorien unbeleckte Standardansicht, dass sich der Millionärssohn vom Paulus zum Saulus gewandelt hatte und nach seinem kräftigen Biss in die Hand, die ihn doch nährte, nun das wohl bzw. eher übel verdiente Ende erlitten habe.

Oder er ist nun endlich definitiv totgesagt. Und kann ab sofort die nur lippenflächlich verdammten Genüsse des Okzidents genießen, vielleicht in Nachbarschaft zu seinen amerikanischen Freunden. So ungefähr werden es wohl die Weltverschwörungsanbeter sehen. Und glauben.

So oder so. Osama ist mit dem heutigen Tag von der News-Oberfläche getilgt. Zehn Jahre lang hat er uns in Atem gehalten. War im lahmsten Medientief immer für einen inspirierend gruseligen Ticker gut. “Bist du jetzt brav, Kind? Sonst holt dich Osama!” Ins Ausbildungscamp, im Zweifel. Und nun? Wo bleiben die atemberaubenden Nachrichten? Ach, macht nichts, wir haben ja William und Kate und Gaddafi. Und Obama. Für ihn werden sich die Wiederwahlprognosen schlagartig, ehm – eigentlich eher schussartig, gebessert haben. Seinen Patriotismus hat er nun unter Beweis gestellt. Und noch dazu ohne den Verlust eines der wertwollen “very intelligent and corageous boys”. Yes, he is one of us. Und das im globalen Sinne. Er hat die Welt gerettet. Im Alleingang, sozusagen. Vor den TV-Kameras, zumindest. Aber auch eigentlich. Denn die Handlanger vor der Villa in der pakistanischen Einsamkeit waren nur sein verlängerter Arm. Ja, er hat uns gerettet. Super, man.

Und wir dürfen jubeln. Glauben. Spekulieren. Ob die Welt damit ein bisschen friedlicher wird, ab heute? Ach, Leute…………………. Haben sich die Zeiten wirklich geändert, oder wisst ihr nur nicht mehr, wie das war, mit den siebenköpfigen Drachen?

Ob lebendig oder tot. Ich wünsche Osama Bin Laden Frieden. Und Ruhe. Und ich  hoffe, dass ich mich mit diesem christlichen Wunsch nicht ins Visier unverbesserlicher Terrorfahnder schreibe.  Ob tot oder lebendig. Der Schatten angstbesetzter Zweifel wird sich hartnäckig halten, über dem Westen. Im Gegenteil, er wird vielleicht noch nachdunkeln, angesichts des aktuellen Geschehens im nahen und ferneren Osten. Der Graben wird sich vertiefen, nicht schließen. Die politischen Erdbeben spalten nachhaltig. Und ich fürchte, mit Drachentötern werden wir auf lange Sicht nicht weit kommen. Schlangenbeschwörer wären viel nützlicher. Auf beiden Seiten. Das wäre vielleicht wirklich ein Weg Richtung Paradies…..

Frau ohne Gefühle II

Er ist eher zufällig dahinter gekommen. Eigentlich liest er keine Liebesromane. Krimis schon. Aber nur solche, deren Seitenstatistik 80% Stunts, 10% Blut, 5% Technik und maximal 5% Sätze, alle von einer Länge unter einer Zeile, aufweist. Doch im Wintersportort seiner Wahl regnete es, der Schnee führte nurmehr ein graues Schattendasein an Straßenkreuzungen, und am Hang verloren die Schneekanonen ihren aussichtlosen Kampf gegen die Plusgrade auf nebeligem Terrain.

Die Hotelschwimmbäder waren überchlort und hallten wider vom Geschrei unausgelasteter Kinder. Die Wellness-Oasen hatten sich in Dampfkessel verwandelt, in denen zum Leben erwachte Botero-Figuren wie unreife Gänse der maximalen Garzeit entgegenschnatterten. Die Barhocker waren von in Whiskey eingelegten Gockeln belagert, und wie es in den Konditoreien aussah, wusste er nicht, weil er keine Torten mochte.

Mehr aus Verzweiflung als aus Interesse hatte er die verstaubte Tür aufgestoßen, beim Eintreten hatte die kalte Luft ein müdes Glockenspiel bewegt. Im halbdunklen Innern lungerten auf staubigen Regalen Berge von verstaubten Büchern der Dämmerung entgegen. Kein Buchhändler war zu sehen, keine ungeduldige Verkäuferin. Also blätterte er  sich verstohlen ungestört durch die literarischen Welten. Lustlos und stehend, zunächst. Dann zog er sich einen Elefantenfuß heran, auf dem eine dicke Staubschicht Zeugnis davon ablegte, dass sich in dem renommierten Ort schon lange niemand mehr für die Bücher in den oberen Regalreihen interessierte. Er hob den Blick. Dann den Kopf. Während auf den Tischen Kochbücher, Skiwanderführer und Bildbände der schönsten Alpenpanoramen um die Gunst seiner Aufmerksamkeit buhlten, drehten ihm die gebundenen Exemplare dort oben kühl den Rücken zu. Er bestieg den Elefantenfuß. Aber er schon der Blick von dieser leicht erhöhten Warte verursachte ihm Schwindel, und so griff er nach dem erstbesten Einband und rettete sich auf den sicheren Boden. Erstaunt las er den in kitschigem Gold aufgeprägten Titel: ….

Frau ohne Gefühle I

WinterengelSie schreibt Bestseller. Am liebsten Liebesromane, in denen sie die Gefühle der Personen so genau beschreibt, dass die Leser mit ihnen denken, atmen und leiden. Gebrauchsanweisungen zum Leben, hat ein Kritiker ihre Bücher genannt. Kochbücher für Lebensanfänger. Oder vielmehr für Fastlife-Liebhaber, die konservierte Emotionen den frisch gepressten vorziehen. Sie hat für jede Situation das passende Rezept. Sie lässt ihre Romanfiguren leiden. Und wie! Keiner leidet so wie sie. Nur mit dem Lachen hat sie Probleme. Die Freude kommt irgendwie immer aus zweiter Hand. Aber die Leser stören sich nicht allzu sehr daran. Über die glücklichen Seiten wird ohnehin gerne schnell hinweggelesen. Das Unglück ist es, was sie fasziniert. Die kleinen und vor allem die großen Katastrophen, an denen sie sich weiden, in bester Brechtscher Publikumsmanier.

Aber hinter ihr dunkles Geheimnis ist noch keiner gekommen. Bis gestern…….

Der SMS-Adventskrimi. 7 Dezember: Schneekönigin 2010

Rotglänzend und unübersehbar steht er vor dem Brandenburger Tor. 570 Pferde ziehen ihren Schlitten. Sie ist die Königin des Winterplatzes. Weißer Nerz spielt mit den Lichtern auf den schwarzen Locken, zarte Flocken tupfen ihre Wimpern.

Zu schön für einen Einzigen. Ihr warmes Lächeln nährt in Tausend Augenpaaren heiße Glut. In geiler Lust umtanzen sie die Objektive. Schießen sie rund um den Globus.

Sie findet ihn hinter der Blitzlichtmauer, Verlangen in der blassen Hand. Mit abgewandtem Blick kredenzt er ihr den schmalen Kelch. Sieg und Verlust in einer letzten reichen Geste. Ein Schluck nur und ihr Bild gehört ihm ganz allein.

Besinnlich war gestern

Ich sitze an meinem Schreibtisch vor einem fast weißen Blatt digitalen Papiers.  Es ist zehn Uhr abends am vierzehnten Dezember. Unaufhaltsam verrinnen die Minuten während meine  biologische Uhr tickt. Wenn ich mich jetzt nicht dranhalte, ist es zu spät und ich kriege es nicht mehr, mein Winterbaby. Meine Kopfgeburt. Nach Weihnachten ist zwar, in Anlehnung an Bayerns einzig verbliebenen Kaiser – Gott verschone ihn vor Golfausflügen nach Starnberg, nicht auszudenken, wenn ihm der Ball ins Wasser fiele und darauf er, schon wieder einer, armes Bayern – vor Weihnachten. Aber wer will schon im Frühjahr 2010 die ollen Kamellen aus dem letzten Jahrzehnt lesen…? Weiterlesen