Zeit finden………….

Nur noch drei Tage bis Weihnachten! Und noch fünf, sprich alle Geschenke zu kaufen! Mum, Pa, Sister, Oma, Freundin. Noch zwei Tage, um die Kohle dafür aufzutreiben! „Ich freu mich viel mehr über was Selbstgemachtes. Einen Kalender, zum Beispiel.“ O-Ton Mum. „Schenk mir keine Krawatte, die trag ich eh nicht. Schenk mir lieber, dass du mit mir Skifahren gehst, einen Tag lang.“ Sagt der Vater. „Ach, Kind, komm mich doch mal besuchen“, schrieb ihm Oma. Wünsche, die leider unerfüllbar sind. Denn Zeit ist genau das, was ihm fehlt, weiß Vic. Und er hat keine Ahnung, wo er die finden könnte. Weiterlesen

Adventskalender 2.0. 21.Dezember: Punkt oder Strich?

Diesmal dauert es nur ein paar Minuten, bis ich wieder wach bin. Meine Stirn tut höllisch weh, und etwas kleckert klebrig die Wangen hinunter. Ich lehne an der Badewanne. Franck kommt aus der Küche, ein Kühlelement in der einen, einen Waschlappen in der anderen Hand. “Du kriegst ne Riesenbeule. Außerdem hast du dir die Stirn aufgeschlagen. Ich hab dir doch gesagt, du hattest ne Gehirnerschütterung!” “Ach ja, und woher, bittesehr?” Bevor ich dich kannte, war mein Leben vielleicht langweilig, ich hatte keinen Hummer sondern Semmeln aus der Tüte und dazu ne Zigarette. Aber auf diese Art von Spannung kann ich, glaube ich, verzichten”. Ich funkele ihn an. Aus die Maus, denke ich. Egal, was dieses dumme Herz da drinnen macht. Soll es wummern und heiß laufen. Ich bin eben nicht gemacht für ein Leben  auf der wilden Seite der Straße. “Sorry, Gisa. Tut mir leid. Aber wie die Dinge stehen, wirst du mich jetzt noch nicht los”. Franck sagt das ohne Bedauern. Ich höre sogar ein kleines, lustiges Ende direkt vor dem Punkt.

“Was soll das…?” setze ich an. Aber da verschließt er mir schon den Mund mit seinen Lippen, schiebt die Zunge zwischen meine Zähne und trägt mich ins Schlafzimmer, als sei ich eine Schaufensterpuppe. “Jaaaa”…. schreit mein Herz. Und während wir miteinander schlafen, sehe ich uns vor mir, morgen früh, wie wir Kaffee trinken, in der Sonne. Hand in Hand durch den Englischen Garten gehen. Ins Auto steigen und einfach Richtung Süden fahren. Oh nein! Nicht schon wieder!

Adventskalenderkrimi 2.0. 20. Dezember: Am seidenen Faden

Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen. Rufe: “Frahaaanck”. Und warte. Dabei merke ich, dass mir die Beine zittern. Schwäche innen oder außen? Dann steht er in der Badezimmertür. Ich hatte ganz vergessen, wie er aussah. Naja, viel Gelegenheit, ihn mir einzuprägen, hatte ich ja auch nicht, vorher. Vor was, eigentlich? “Hallo, ich sehe, du bist wieder fit?” Vieles hätte ich erwartet, aber nicht diesen Smalltalk-Ton. Ist der Engel ausgeflogen, der in seiner Stimme flatterte, die letzten Tage über?

“Hm geht so”, murmele ich. Und dann: “Franck was war eigentlich los?” “Wie meinst du das?” Plötzlich und ohne Vorwarnung platzt mir der Kragen. Reißt der Geduldsfaden. “Du weißt genau, wie ich das meine”, brülle ich. Mir bleibt die Luft weg. Mir wird schwindelig.  Dann schwarz. “Siehst du?” höre ich Franck noch sagen, dann kippe ich nach vorn ins harte Schwarz.